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Eine andere Sicht auf die Dinge


Am 09.10.2017 verschoben wir unseren Blick und besuchten die Frauen, Mütter und Kinder des Übergangswohnheims in Teltow.
Was fällt ins Gewicht und in den Blick, wenn frau neu in die Stadt kommt, was ist wichtig und notwendig und wie fühlt sich die Stadt an, wenn meine alte Wohnsituation kulturell bedingt eine völlig andere war? Zuerst stellten wir fest, dass in manchen Ecken Teltows die Straßennamen fehlen und dann auch noch ohne Zahlen: dieser Abschnitt geht von da bis da; schlecht oder gar nicht ausgeschildert sind.  Also wurde ein Stadtplan von Teltow aus der Tasche gezogen, der jedoch so schlecht zu lesen war, dass wir ihn verärgert wieder einsteckten und einfach los liefen und Leute befragten und schließlich das Heim erkannten. Dort fanden wir gemeinsam mit 11 Frauen heraus, dass für die geflüchteten und neu zugezogenen Frauen, Einkaufszentren, die Apotheken und die Kitas wichtige Markierungen bräuchten. Im illustrativen Austausch lernten wir, dass Orte, Wohnräume und Straßen im Tschad beispielsweise total anders konzipiert sind als hierzulande. Mit Kreidestiften versuchten die Frauen bekannte Orte, Orientierungspunkte und Gedanken zur Stadt zu zeichnen und festzuhalten. Erste eigene Pläne und Stadtpläne entstanden, in denen Afghanistan, der Tschad und Syrien mit Ziegen, Getier und all den heimatlichen städtischen Erinnerungen gleich hinter Berlin, der Kleiderkammer in Kleinmachnow, Aldi und dem Altersheim um die Ecke aber tief im Herzen liegen…. Viele Frauen verknüpften gedanklich  zukünftige Arbeitsplatzwünsche mit dem Ausgangspunkt ihrer städtischen Orientierung. Teltowmalbücher, die wir aus der Tourist Information samt extra Malstiften als Geschenke mitgenommen hatten, wurden von den Frauen und Kindern freudig angenommen.

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